Früh um sieben piept Ronalds Wecker. Da bin ich schon anderthalb Stunden wach und arbeite am Bericht von gestern. Wegen einer Telekom-Störung war die Friedensfahrt-Website nicht erreichbar, doch heute ist beim ersten Test wieder alles in Ordnung. Angela zaubert ein Frühstück mit frischen Brötchen auf den Tisch, während ich Bilder und Texte hochlade und wegen unserer angeregten Gespräche kommen wir erst gegen neun Uhr los.

Friedensfahrer bei der Ankunft in Höchheim

»Du bist Frank. Du bist in Nürnberg. Ich bin Elke«, hilft mir meine Gastgeberin beim morgendlichen In-den-Tag-Findungsprozess. Sie gehört zu den wenigen Menschen, die, obwohl deutlich jünger als ich, über keinen angeborenen Internetzugang verügen. Darum breche ich nach unserem gemeinsamen Frühstück gleich in die Pillenreuther Straße auf, um dort in der Landesgeschäftsstelle noch ein wenig arbeiten zu können. Dort war ich ja nun nicht angekündigt und so stoße ich mir die Nase an der Tür. Im Café um die Ecke, habe ich Gelegenheit, das Südstadt-Leben an mir vorüberziehen zu lassen, was ein abwechslungsreiches Programm bietet.

 Ankunft bei den Guttemplern in Forchheim

Heute vor 69 Jahren wurde Deutschland vom Nationalsozialismus befreit und der Zweite Weltkrieg in Europa beendet. Da ist Nürnberg als früheres Nazi-Propaganda-Aufmarschzentrum ein passendes Ziel der Guttempler-Friedensfahrt. Gegen Mittag treffe ich Manfred Sedlmeier aus Nürnberg und meinen Gastgeber Martin Kemether vor der AWO in Altdorf. Wir verlassen die Stadt in entgegengesetzter Richtung zu Nürnberg, denn der Radroutenplaner empfiehlt Rasch als nächsten Ort. Mit über 10 Prozent Gefälle saust der Radweg hinab und endet im Ort im rechten Winkel zur Fahrstraße, wo wir dem Autoverkehr Vorfahrt gewähren müssen. Damit ist aller Schwung für die Auffahrt jenseits des Flüsschens Schwarzach flöten.

Begrüßung durch die Nürnberger Guttempler

Juvente hat beim diesjährigen Ostercamp in München alle Vorräte an schönem Wetter aufgebraucht, so dass für mich an diesem Morgen nur noch Bindfadenregen übrig geblieben ist. Da war es weise, gestern bereits ein Bahnticket nach Parsberg erstanden zu haben. Parsberg ist nur drei Buchstaben von Marsberg entfernt, wo Markus' Schwester Susi wohnt, darum schien mir dieser Ort eine gute Wahl zu sein. Die Bahnfahrt führt durch Regensburg, nomen est auch dort omen, und als ich in Parsberg mittags aus dem Zug aussteige, ist aus der Gegenrichtung dort bereits das erste Wolkenloch eingetroffen und gibt ein Stück blauen Himmels frei.

Begrüßung am Guttempler-Treffpunkt in Altdorf