In Hamm habe ich gestern den schnellsten Bericht der Friedensfahrt zur Tagesetappe verfasst. Internetzugang war in der Theresienkirche nicht verfügbar, so dass ich in aller Eile – schließlich warteten die Hammenser Guttempler dort auf mich – auf dem Weg dorthin bei Anita und Detlef diese Aufgabe erledigte, der jetzt aber noch der Abend fehlte. Die drei Hammenser Gemeinschaften verteilen sich weitläufig über das Stadtgebiet und zum Empfang des Friedensfahrers luden sie in den Treffpunkt der »Glück auf« zum Abendbrot ein. Bei angeregten Gesprächen ließen wir den Abend ausklingen, schließlich könnte ich mit meinen Berichten von der bisherigen Fahrt schon jetzt abendfüllende Programme gestalten.

Ankunft der Guttempler-Friedensfahrt an der Landesgeschäftsstelle NRW in Bochum

Heute morgen dann bringt Gerda Raschke Frühstück in die Kirchenräume vorbei, bevor ich mich auf den Weg in die Landesgeschäftsstelle der Guttempler in NRW nach Bochum aufmache. Hier bietet sich ein gutes Stück des Emscher-Park-Radweges an, der Stätten der Industriekultur des Landes verbindet und durch ein schon weithin sichtbares rotes Zechensymbol erkennbar ist. Der Weg folgt dem Datteln-Hamm-Kanal, einige Umleitungsschilder beziehe ich nicht auf Radfahrer, bis ich vor dem gesperrten Stück Deich scheitere. Also zurück zur letzten Brücke und den Weg noch einmal am anderen Ufer entlang. Dort beherrschen die drei Kühltürme des Gersteinwerks das Landschaftsbild.

Dem Weg folge ich über Kamen bis kurz vor Dortmund. Er ist angenehm zu fahren, da er entweder am Kanalf entlang führt oder auf alten stillgelegten Eisenbahnstrecken, so dass er keine erwähnenswerten Steigungen aufweist. Dann taucht das erste Ortsschild von Dortmund auf, mitten im Grünen, und nichts von der Umgebung lässt erkennen, dass ich mich am östlichen Ende der größten Menschenansammlung der Republik befinde. Insgesamt sechsmal passiere ich ein Ortsschild von Dortmund und Lütkendortmund schließlich müsste ich wohl auch noch dazu zählen. Am Friedensplatz vor dem Dortmunder Rathaus treffe ich kurz nach Zwölf ein, er ist österlich menschenleer und ich habe freie Platzwahl für mein Zwischenbrot.

Der Weg nach Bochum wird dann hügelig und fürs Foto mit dem Ortsschild muss ich eine Vollbremsung hinlegen, da es am Ende einer schönen abschüssigen Strecke unvermittelt aus dem Grün auftaucht. An der Landesgeschäftsstelle treffe ich eine Stunde vor der Zeit ein, aber die Landesvorsitzende Antonia Patzke ist mit ihren Bremer Gästen auch schon vor Ort. Später gesellt sich noch Familie Sikorsky-in der Strodt hinzu und von den Bochumer Guttemplern treffen Horst Kaminski und Fred Bastan zur Begrüßung ein.

Fred engagiert sich neben der Guttemplerei auch für den Erhalt der Christuskirche, von der wie bei der Berliner Gedächtniskirche im Zweiten Weltkrieg nur der Turm stehen blieb. In einem noch nicht vollendeten Projekt sollen die Namen von 15.000 Menschen in den Boden eingraviert werden, die das europäische Versprechen »Nie wieder Krieg« abgegeben haben. Ein würdigeres Ziel für die Guttempler-Friedensfahrt lässt sich in Bochum also nicht finden. Morgen geht die Fahrt weiter nach Düsseldorf.

contentmap_plugin