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Früh um sechs werde ich wach und beginne mit der Auswertung der bisherigen Fahrt: Wo fehlen noch Treffpunkte, gibt es neue Schlafplatzangebote und haben mich neue Presseartikel erreicht? Die Etappe heute ist nur 25 km lang und startet am Nachmittag, so dass ich auch die Planungsdaten mit den tatsächlich gefahrenen Kilometern abgleichen kann. Dadurch wächst die Gesamtstrecke auf 3691 Kilometer an, von denen 1511, also 41 % bereits abgefahren wurden – auf der Fahrtenschreiber-Startseite wird der Verlauf ab jetzt auch mitgezählt. Bald ist also »Bergfest«, darum ist es nur folgerichtig, sich am Fuße des ersten größeren Mittelgebirgszuges, dem Wiehengebirge aufzuhalten. Vom Dümmer aus sahen wir es gestern schon am Horizont als Ankündigung des nahenden Ende der norddeutschen Tiefebene.

Begrüßung der Friedensfahrer durch die Osnabrücker Guttempler

Dietmar ist zu einem Kollegen ins Flüchtlingslager Hesepe unterwegs. Das frühere Grenzdurchgangslager dient heute als »Landesaufnahmestelle«, eine orwellsche Bezeichnung, denn eigentlich warten hier Asylbewerber auf ihre Abschiebung. Die wahren Zwecke von heiklen Einrichtungen werden ja gern geschönt, wie wir seit der Einrichtung von Atommülldeponien wiissen, die uns als »Entsorgungsparks« verkauft werden sollten.

Den längeren Aufenthalt habe ich auch als Waschtag genutzt, Sonne und Wind sparen heute den Trockner und kurz vorm Aufbruch kann alles in den Gepäcktaschen verstaut werden. Ilse und Dieter Bönkemeyer begleiten uns und mit 30 kg weniger Gepäck und 20 Jahren reiferer Lebenserfahrung brausen sie uns aber sowas von davon, dass wir Mühe haben, ihnen zu folgen. Dieter, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiern kann, hat noch getönt, dass er gar nicht so langsam fahren könne, um auf uns zu warten – und dank seines E-Bikes behält er Recht. Mit einem Affenzahn düsen er und Ilse vor uns her und ich schwöre mir, wenn die 150-Jahre-Tour kommt, will ich auch so'n Ding haben.

In Bramsche kreuzen sich die Hase und der Mittellandkanal, von dem aus ein Zweigkanal in den Osnabrücker Hafen führt. An ihm entlang vermeiden wir die Steigungen auf die Wiehengebirgsausläufer, die Osnabrück umgeben. Ein Radwanderweg, die Hase-Ems-Tour, führt an ihm bis in die Osnabrücker Innenstadt. Wir müssen ihn jedoch im Hafen verlassen, da wir vom Abholteam der Osnabrücker Guttempler in der Kaffee-Partner-Allee erwartet werden. »In der Kaffee-was-Allee?«, frage ich, da ich von dieser Straße noch nie gehört habe, obwohl ich sieben Jahre in dieser Stadt lebte.
Auch mein Navi kennt die Straße nicht, die demzufolge nach 2010 errichtet worden sein muss. Bei der Ankunft klärt sich alles: die ehemaligen britischen Kasernen, die nach Abzug der Truppen verwaisten, wichen neuen Industrie-Ansiedlungen. Kaffee-Partner hat sich dort niedergelassen und ein futuristisches Gebäude errichtet, das einem Stapel Kaffeepads ähnelt. Vor ihm posieren wir zum Begrüßungsfoto, da die Stadt Osnabrück vergessen hat, ein Ortseingangsschild am Kanalbetriebsweg aufzustellen.

Die Fahrt geht weiter ins Guttemplerhaus Osnabrück, das einst als zweistöckiges Gebäude errichtet worden war, im Zweiten Weltkrieg aber so stark beschädigt wurde, dass es nur noch eingeschossig weiter genutzt werden konnte, was ihm heute eine eigenwillige Fassadenansicht verleiht. Anfang der 80er diente es auch als zentrale Adresse für die Guttempler-Jugend, die dort ihr Material einlagerte. Hier erwarten uns die beiden Gemeinschaften mit der niedersächsischen Landesvorsitzenden Cornelia Esders – und natürlich ist auch die örtliche Presse zur Stelle. Nachdem Fototermin und Interview erledigt sind, werfen die Osnabrücker den Grill an. Kurz darauf lasse ich Dietmar dort zurück, da meine Schlafstatt heute bei einer Freundin aus dem Kreuzbund-Umfeld aufgestellt ist. In Sutthausen bin ich auch schon 20 Minuten näher an Bielefeld, unserem morgigen Etappenziel, und kann darum ein wenig länger schlafen.

 

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